Glossar – BDSM-Begriffe von A bis Z
Die BDSM- und Kink-Welt hat ein eigenes Vokabular. Hier findest du die wichtigsten Begriffe verständlich erklärt – alphabetisch sortiert.
A
Aftercare – Die Nachsorge nach einer BDSM-Szene. Körperliche und emotionale Fürsorge für alle Beteiligten.
B
Bondage – Das Fesseln oder Einschränken der Bewegungsfreiheit mit Seilen, Bändern, Ketten oder anderen Hilfsmitteln.
Bottom – Die Person, die in einer Szene die empfangende Rolle einnimmt. Nicht gleichbedeutend mit „Submissive“.
Bratting – Absichtliches Provozieren der dominanten Person durch die submissive Seite, oft spielerisch.
C
Consent (Konsens) – Die bewusste, freiwillige Zustimmung aller Beteiligten zu einer Aktivität.
Collar – Ein Halsband, das in D/s-Beziehungen oft als Symbol der Zugehörigkeit und Verbindung getragen wird.
CNC (Consensual Non-Consent) – Eine vorab verhandelte Szene, die Nicht-Einvernehmlichkeit simuliert. Erfordert höchstes Maß an Vertrauen und klare Absprachen.
D
Dom/Domme – Die dominante Person in einer D/s-Dynamik. „Dom“ wird oft für männliche, „Domme“ für weibliche Personen verwendet.
Dom-Drop – Emotionaler Tiefpunkt der dominanten Person nach einer Szene. Zeigt sich als Schuldgefühle, Zweifel oder Erschöpfung.
Dungeon – Ein speziell eingerichteter Raum für BDSM-Spiel, oft mit Möbeln wie Andreaskreuz, Pränger oder Bondage-Bett.
D/s (Dominance/Submission) – Eine Beziehungsdynamik, in der eine Person führt und die andere bewusst folgt.
E
Edge Play – Praktiken, die bewusst an der Grenze des physisch oder psychisch Machbaren spielen. Hohes Risiko, erfordert große Erfahrung.
F
Fetisch – Eine starke sexuelle oder emotionale Fixierung auf ein bestimmtes Objekt, Material oder Körperteil (z. B. Latex, Füße, Leder).
Flogger – Ein Schlaginstrument mit mehreren Riemen, meist aus Leder oder Wildleder.
H
Hard Limit – Eine absolute, nicht verhandelbare Grenze. Wird unter keinen Umständen überschritten.
K
Kink – Oberbegriff für alle nicht-konventionellen sexuellen Vorlieben und Praktiken.
Kneel (Knien) – Häufige Geste der Unterwerfung in D/s-Dynamiken.
M
Munch – Ein informelles, öffentliches Treffen von BDSM-Interessierten, meist in einem Restaurant oder Café. Kein Spiel, nur Austausch.
Masochist – Eine Person, die Lust aus dem Empfangen von kontrolliertem Schmerz oder Intensität zieht.
P
Power Exchange – Der bewusste Austausch von Macht zwischen den Beteiligten – der Kern von D/s.
Protocol – Vereinbarte Verhaltensregeln in einer D/s-Beziehung (z. B. Anrede, Rituale, Kleidungsvorschriften).
R
RACK – Risk-Aware Consensual Kink. Konsens-Modell, das Risikobewusstsein betont.
Rigger – Person, die Bondage/Fesselungen durchführt (besonders im Shibari).
S
Safeword – Ein vereinbartes Wort, das das Spiel sofort stoppt.
Sadist – Eine Person, die Lust daran empfindet, kontrolliert Schmerz oder Intensität zu geben.
Scene (Szene) – Eine zeitlich begrenzte BDSM-Interaktion mit klarem Anfang und Ende.
Shibari – Japanische Fesselkunst mit ästhetischem und sinnlichem Fokus.
Soft Limit – Eine Grenze, die unter bestimmten Umständen und nach Verhandlung überschritten werden könnte.
SSC – Safe, Sane, Consensual. Grundlegendes Konsens-Modell im BDSM.
Sub-Drop – Emotionaler oder körperlicher Tiefpunkt nach einer Szene durch Endorphin-Abfall.
Sub/Submissive – Die sich unterordnende Person in einer D/s-Dynamik.
Switch – Eine Person, die sowohl dominante als auch submissive Rollen einnehmen kann und möchte.
T
Top – Die Person, die in einer Szene die ausführende Rolle übernimmt. Nicht gleichbedeutend mit „Dominant“.
TPE (Total Power Exchange) – Eine Beziehungsform, in der die Machtübergabe über einzelne Szenen hinausgeht und weite Teile des Alltags umfasst.
V
Vanilla – Umgangssprachlich für „konventionelle“ Sexualität ohne BDSM- oder Kink-Elemente. Nicht abwertend gemeint.
Dieses Glossar wird laufend erweitert. Fehlt ein Begriff? Schreib mir gerne eine Nachricht.